Im August 2026 hat die Accell-Gruppe Insolvenz angemeldet, einer der größten Fahrradkonzerne Europas. Betroffen sind Haibike, Ghost und Winora in Deutschland, Batavus, Sparta, Koga, Babboe und Carqon in den Niederlanden, Lapierre in Frankreich und Raleigh in Großbritannien. Für Batavus, Koga und Babboe steht seit dem 9. Oktober ein Käufer fest, Sparta hat seit dem 15. Oktober einen eigenen neuen Eigentümer. Im Mai hatte bereits der Direktversender Ampler Insolvenz angemeldet, im September folgte das zweite Verfahren um die Simplon-Produktion in Vorarlberg. Seit Oktober steckt auch der norddeutsche Hersteller und Großhändler Böttcher mit der Marke Grecos in einem Insolvenzverfahren.

Accell-Insolvenz: Welche Marken betroffen sind und wie es steht

Die Accell-Insolvenz ist kein einzelnes Verfahren. Jede Landesgesellschaft hat ihr eigenes, mit eigenem Gericht und eigenem Zeitplan. Für dich zählt deshalb, welche Gesellschaft hinter deiner Marke steht.

Stand der Insolvenzverfahren je Accell-Marke am 16. Oktober 2026
MarkeVerfahrenStand am 16. Oktober 2026
Haibike, Ghost, Winora Insolvenz in Eigenverwaltung seit 5. August 2026, Amtsgericht Schweinfurt Geschäftsbetrieb und Produktion laufen weiter. Dutech verhandelt nach eigenen Angaben auch über die deutschen Gesellschaften, ein Ergebnis gibt es noch nicht.
Batavus, Koga Konkurs der niederländischen Accell-Gesellschaften seit 11. August 2026, Gericht Amsterdam Am 9. Oktober 2026 haben die Insolvenzverwalter die Markenrechte an die Industriegruppe Dutech aus Singapur verkauft, zu der in Deutschland unter anderem Prophete und Kreidler gehören. Dutech übernimmt Marken, IT und das ungarische Werk, nicht die Schulden. Ob Dutech alte Garantien von Accell erfüllt, ist offen. Den Lagerbestand an Rädern hatte Ende September die Kette 12GO Biking gekauft.
Sparta Dasselbe niederländische Verfahren Am 15. Oktober 2026 haben die Insolvenzverwalter Sparta in einem eigenen Verkauf an Tenways abgegeben, einen 2021 in China gegründeten E-Bike-Anbieter mit Sitz in Amsterdam. Tenways bekommt Markenrechte, geistiges Eigentum und die Produktionsunterlagen einzelner Modelle, nicht die Schulden und nicht den Lagerbestand. Ein Werk gehört nicht dazu. Kaufpreis, Folgen für die Beschäftigten und alte Garantien haben die Verwalter nicht genannt, wann wieder Sparta-Räder gebaut werden, ist offen.
Babboe, Carqon Dasselbe niederländische Verfahren Die Markenrechte gehen ebenfalls an Dutech. Für Räder, die vor der Insolvenz verkauft wurden, bleibt laut Babboe die Insolvenzmasse zuständig. Die Maßnahmen aus dem Babboe-Rückruf werden weiterhin nicht ausgeführt, mehr dazu unten.
XLC, Lepper Dasselbe niederländische Verfahren XLC gehört zum Verkauf an Dutech, zu Lepper nennen die Meldungen bisher keinen Käufer. Der Teilegroßhändler Juncker ist nicht Teil des Verkaufs.
Lapierre Gerichtliches Sanierungsverfahren seit 25. August 2026, Handelsgericht Dijon Beobachtungsphase bis Ende Februar 2027, Übernahmeangebote können bis zum 28. Oktober 2026 abgegeben werden. Bestellungen, Kundendienst und Garantie laufen bis dahin über die französische Gesellschaft weiter, in dieser Zeit braucht Lapierre einen Investor.
Raleigh Accell UK & Ireland in Administration seit 6. August 2026 Die britischen Insolvenzverwalter suchen einen Käufer, der Ausgang ist offen.

Den nächsten öffentlichen Bericht zum niederländischen Verfahren haben die Insolvenzverwalter für den 22. Dezember 2026 angekündigt. Hast du ein Raleigh in Deutschland gekauft, sieh in deinen Garantiebedingungen nach, welche Gesellschaft die Garantie gibt. Nur wenn das die britische Gesellschaft ist, betrifft dich deren Verfahren.

Was das für dich heißt: Ist dein Rad jünger als zwei Jahre und beim Fachhändler gekauft, greift die gesetzliche Gewährleistung, und für Mängel ist dein Händler zuständig. Daran ändert kein Markenverkauf etwas. Ist es älter, bleibt dir nur die Herstellergarantie, und die haben weder Dutech noch Tenways mitgekauft. Wie du sie trotzdem anmeldest, steht unten unter Herstellergarantie bei Insolvenz.

Böttcher-Insolvenz: Welche Marken dazugehören und was der Großhandel bedeutet

Am 7. Oktober 2026 hat das Amtsgericht Meldorf für die Böttcher Fahrräder GmbH aus Wesseln bei Heide eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Vanja Alexander Kovacev von der Kanzlei CMS. Anders als bei Haibike, Ghost und Winora führt Böttcher das Verfahren nicht in Eigenverwaltung: Über ihr Vermögen kann die Firma nur noch mit Zustimmung des Verwalters verfügen. Ob das Verfahren eröffnet wird, hat das Gericht noch nicht entschieden.

Nach Angaben von Verwalter und Geschäftsführung laufen Produktion und Geschäftsbetrieb unverändert weiter. Bestehende Aufträge werden abgearbeitet, neue nimmt Böttcher weiter an. Einen Investorenprozess hatte die Geschäftsführung schon vor dem Antrag gestartet, er wird jetzt fortgesetzt. Die Löhne der knapp 100 Beschäftigten sind zunächst für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. 2025 hat Böttcher rund 18,1 Millionen Euro umgesetzt.

Böttcher ist nicht nur Fahrradhersteller, sondern nach eigenen Angaben einer der ältesten Fahrradgroßhändler Deutschlands, die Firmengeschichte reicht bis 1851 zurück. Das Geschäft richtet sich vor allem an Fachhändler, regional ist das Unternehmen im Norden am stärksten verankert. Über einen eigenen Onlineshop für Händler bestellen die Läden Teile und Zubehör. Auf seiner Website nennt Böttcher 97 Partnermarken, darunter Shimano, Schwalbe, Continental, Magura, Rohloff und Abus. Laufräder baut Böttcher auf Bestellung selbst.

Marken und Geschäftsbereiche der Böttcher Fahrräder GmbH am 9. Oktober 2026
MarkeRolle von BöttcherWas das für dich heißt
BOETTCHER Eigene Marke, bis 2026 als Böttcher geschrieben. Die Räder werden nach Kundenwunsch in Wesseln aufgebaut und über Fachhändler verkauft. Gewährleistung beim Händler. Die Garantie gibt Böttcher selbst, sie hängt am Ausgang des Verfahrens.
Grecos, Grecos Kids Eigene Marken für City- und Kinderräder, Grecos gibt es seit 1911. Wie bei BOETTCHER: Gewährleistung beim Händler, Garantie von Böttcher.
Superior, Rock Machine Räder des tschechischen Herstellers Bike Fun International, die Böttcher an Fachhändler vertreibt, Superior seit 2024. Der Hersteller ist nicht insolvent. Hat dein Händler das Rad über Böttcher bezogen, läuft eine Reklamation über diesen Weg.
Teile und Zubehör Großhandel für Fachhändler, zum Beispiel mit Shimano, Schwalbe und Continental. Die Hersteller sind nicht betroffen. Dieselben Teile bekommt dein Händler auch bei anderen Großhändlern.

Hast du ein BOETTCHER- oder Grecos-Rad beim Fachhändler gekauft, gilt dasselbe wie bei jeder Herstellerinsolvenz: Für Mängel in den ersten zwei Jahren ist dein Händler zuständig. Wie Böttcher mit Garantiefällen umgeht, solange das Gericht nicht entschieden hat, hat das Unternehmen bisher nicht gesagt. Wird das Verfahren eröffnet, gilt für die Garantie, was ich weiter unten zur Herstellergarantie im Verfahren beschreibe. Hast du im Böttcher-eigenen Laden in Wesseln gekauft, ist Böttcher zugleich dein Verkäufer. Dann gilt, was unten zum Direktkauf steht.

Aus dem Handel: Fachhändler beziehen Teile und Zubehör meist bei mehreren Großhändlern, je nachdem, wer gerade liefern kann. Fällt einer aus, bestellt der Laden beim nächsten, die Teile selbst verschwinden nicht vom Markt. Heikler sind Reklamationen. Seinen Rückgriff hat der Händler gegen den, bei dem er eingekauft hat, also gegen Böttcher, auch wenn der Teilehersteller selbst gesund ist. Wird das Verfahren eröffnet, wird daraus eine Insolvenzforderung. An deinem Anspruch gegen den Händler ändert das nichts.

Das Verfahren betrifft nur die Böttcher Fahrräder GmbH aus Wesseln, nicht gleichnamige Fahrradläden an anderen Orten. Auch der Großhändler BBF Bike, mit dem Böttcher seit Februar 2026 im Einkauf zusammenarbeitet, ist nicht Teil davon.

Die häufigste Frage nach solchen Meldungen: Ist meine Garantie jetzt weg? Sie greift zu kurz. Wer beim Fachhändler gekauft hat, hat seine stärksten Rechte gar nicht gegen den Hersteller. Wer direkt beim Hersteller gekauft hat, trägt dagegen deutlich mehr Risiko.

Gewährleistung oder Garantie: Wer haftet wofür?

Die Gewährleistung ist gesetzlich. Sie gilt zwei Jahre ab Übergabe und richtet sich gegen den, der dir das Rad verkauft hat. Tritt ein Mangel im ersten Jahr auf, wird vermutet, dass er schon bei der Übergabe bestand. Dann muss der Händler das Gegenteil beweisen, nicht du.

Die Garantie ist freiwillig. Der Hersteller legt selbst fest, was sie abdeckt, wie lange sie läuft und unter welchen Bedingungen. Bei Fahrrädern bezieht sie sich meist nur auf den Rahmen, gilt oft nur für registrierte Erstbesitzer*innen und setzt teils regelmäßige Inspektionen voraus.

Bei einer Herstellerinsolvenz entscheidet genau diese Trennung: Die Gewährleistung hängt am Händler, die Garantie am Hersteller. Hast du beide Rechte, suchst du dir aus, worauf du dich stützt.

Dein Händler haftet weiter, auch ohne Hersteller im Rücken

Die Insolvenz des Herstellers ändert an deinem Kaufvertrag nichts. Dein Händler muss einen Mangel, der bei Übergabe angelegt war, innerhalb von zwei Jahren beheben: reparieren oder ein mangelfreies Rad liefern. Ob er das Teil beim Hersteller noch bekommt, ist sein Problem, nicht deins.

Ehrlicherweise sieht es aber düster aus, wenn dein Händler keinen passenden Rahmen mehr bekommt, obwohl der Mangel klar unter die Gewährleistung fällt. Reparieren kann er dann nicht, und ein neues Rad desselben Modells gibt es meist auch nicht mehr. Dir bleiben Minderung und Rücktritt. Die Minderung hilft dir bei einem gebrochenen Rahmen wenig, denn fahren kannst du das Rad so nicht. Beim Rücktritt bekommst du den Kaufpreis zurück, musst dir aber anrechnen lassen, wie lange du das Rad genutzt hast. Schadensersatz gibt es nur, wenn der Händler den Ausfall zu vertreten hat, und für die Insolvenz des Herstellers kann er in der Regel nichts. Unterm Strich hast du dann Geld statt Rad, und zwar weniger, als ein neues kostet.

Aus der Werkstatt: Einen Rahmen eines anderen Herstellers einzubauen, scheidet beim E-Bike praktisch aus, weil Motoraufnahme, Akkufach und Kabelführung für genau dieses Modell konstruiert sind. In der Praxis einigen sich Händler und Kund*in deshalb oft auf ein vergleichbares Rad, mit Aufpreis oder Nachlass. Einen Anspruch darauf hast du nicht. Es ist aber oft der bessere Ausgang als der Rücktritt, und der Händler hat selbst ein Interesse daran, weil sein Rückgriff auf den Hersteller ohnehin ausfällt.

Verschleiß an Bremsbelägen, Kette oder Reifen ist kein Mangel, ob mit oder ohne Insolvenz.

Aus dem Handel: Die Kosten einer Gewährleistung kann sich der Händler normalerweise beim Hersteller zurückholen, einschließlich seiner Arbeitszeit. Das Gesetz räumt ihm dafür einen eigenen Rückgriff ein. Ist der Hersteller insolvent, läuft dieser Rückgriff ins Leere und der Händler zahlt Rahmen und Arbeitszeit selbst. Garantiefälle wickelt er ohnehin nur als Dienstleister des Herstellers ab. Für den Händler ist das ein echtes wirtschaftliches Risiko, an deinem Anspruch gegen ihn ändert es nichts.

Beim Direktkauf hängt alles an einer Firma

Kaufst du online oder im Showroom direkt beim Hersteller, ist der Hersteller auch dein Verkäufer. Dann schuldet dir dieselbe Firma Gewährleistung und Garantie, und eine Insolvenz trifft beide Rechte gleichzeitig.

Nach Eröffnung des Verfahrens entscheidet der Insolvenzverwalter, ob eine Reparatur noch ausgeführt wird. In Eigenverwaltung entscheidet das die Firma selbst unter Aufsicht eines Sachwalters. Lehnt sie ab, bleibt dir nur, die Kosten als Forderung zur Insolvenztabelle anzumelden. Bedient wird sie nur mit einer Quote, oft einem kleinen Bruchteil.

Ampler zeigt, wie das praktisch aussieht. Der estnische Direktversender hat im Mai 2026 Insolvenz angemeldet. Kundendienst, Garantien und das eigene Serviceprogramm entfielen, eigene Ersatzteile konnte das Unternehmen nicht mehr liefern. Standardteile gibt es weiter im normalen Fachhandel.

Das ist kein Argument gegen Direktversender, aber ein Risiko, das der Preisvorteil aufwiegen muss.

Herstellergarantie bei Insolvenz: Was gilt, wenn ein Investor die Marke kauft?

Garantieansprüche aus der Zeit vor der Insolvenz sind rechtlich Insolvenzforderungen. Ob eine Firma in Eigenverwaltung alte Garantiefälle trotzdem weiter bearbeitet, entscheidet sich im Verfahren. Einen Anspruch, auf den du bauen kannst, hast du darauf nicht.

Entscheidend ist die Lösung am Ende. Kauft ein Investor die Marke und den Lagerbestand, übernimmt er die Garantieversprechen der alten Gesellschaft nicht automatisch. Manche Käufer übernehmen sie freiwillig, verpflichtet sind sie nicht. Genau so ist es bei Batavus, Koga und Babboe gelaufen: Dutech hat die Marken gekauft, nicht die Schulden. Garantiezusagen der niederländischen Accell-Gesellschaften sind damit Forderungen im Konkursverfahren. Ob Dutech sie trotzdem erfüllt, konnten die Insolvenzverwalter am 9. Oktober 2026 noch nicht sagen.

Bei Sparta wiederholt sich das Muster. Tenways hat am 15. Oktober 2026 Markenrechte und Konstruktionsunterlagen gekauft, Schulden und Lagerbestand bleiben in der Konkursmasse. Für Sparta-Besitzer*innen gilt deshalb dasselbe wie bei Batavus und Koga: Alte Garantiefälle sind Forderungen im niederländischen Verfahren, der neue Markeninhaber muss sie nicht übernehmen. Dass die Produktionsunterlagen einzelner Modelle mitverkauft wurden, ist für die Versorgung mit markeneigenen Teilen ein gutes Zeichen, eine Zusage ist es nicht. Die Accell-Marken gehen damit einzeln an verschiedene Käufer, eine Lösung für den ganzen Konzern gibt es nicht. Sobald sich Dutech oder Tenways zu alten Garantien äußern, ergänze ich es hier.

Wann dich das trifft: Es kommt auf das Alter deines Rades an

Hast du beim Fachhändler gekauft und liegt die Übergabe weniger als zwei Jahre zurück, brauchst du die Herstellergarantie meist gar nicht. Ein Mangel, der bei Übergabe angelegt war, ist dann Sache der Gewährleistung, und die schuldet dein Händler. Danach bleibt nur die Garantie. Rahmengarantien laufen oft deutlich länger als zwei Jahre, deshalb trifft ihr Ausfall vor allem ältere Räder. Hast du direkt beim Hersteller gekauft, gilt, was oben zum Direktkauf steht.

Wo und wann du einen Garantieanspruch anmeldest

  • Batavus, Koga, Babboe, Sparta: Die Marken laufen als Handelsnamen der Accell Nederland B.V., deren Konkursverfahren ist seit dem 11. August 2026 eröffnet (Rechtbank Amsterdam, Aktenzeichen F.13/26/251). Forderungen nehmen die Insolvenzverwalter nur über das Portal ClaimsAgent an. Lade Kaufbeleg, Rahmennummer, Garantieerklärung und Fotos des Schadens oder einen Kostenvoranschlag hoch. Die Verkäufe der Marken an Dutech und Tenways ändern daran nichts, weil die Schulden nicht mitverkauft wurden. Eine Frist haben die Verwalter bisher nicht veröffentlicht (Stand 12. Oktober 2026).
  • Haibike, Ghost, Winora: Das Verfahren in Eigenverwaltung ist beantragt, eine Eröffnung habe ich bis zum 16. Oktober 2026 nicht gefunden. Anmelden kannst du erst nach der Eröffnung beim Sachwalter, Frist und Anschrift stehen dann im Eröffnungsbeschluss auf insolvenzbekanntmachungen.de. Bis dahin frag über deinen Händler, ob Garantiefälle noch bearbeitet werden.
  • Lapierre: Während der Beobachtungsphase läuft die Garantie über die französische Gesellschaft weiter. Melde den Fall wie gewohnt über deinen Händler.

Rechne nicht damit, dass eine angemeldete Garantieforderung voll bezahlt wird. Insolvenzforderungen werden am Ende des Verfahrens mit einer Quote bedient, oft einem kleinen Bruchteil, und das kann Jahre dauern. Anmelden lohnt sich trotzdem, wenn der Schaden groß ist, etwa bei einem Rahmenbruch.

Welche Gesellschaft dir die Garantie gibt, steht in deinen Garantiebedingungen. Bei Simplon betrifft das aktuelle Verfahren formal die Produktionsgesellschaft 2Rad Produktions GmbH, nicht die Vertriebsgesellschaft Simplon Bike GmbH. Ob dein Anspruch betroffen ist, hängt davon ab, wer in deiner Garantieerklärung steht.

Rückruf ohne Hersteller

Ein Rückruf ist keine Garantieleistung, sondern eine Maßnahme der Produktsicherheit. Was das bedeutet, zeigt der Rückruf der Babboe-Lastenräder, der seit 2024 läuft. Nach Angaben des Babboe-Kundenservice werden ausstehende Prüfungen, Reparaturen, Nachrüstungen und Ersatzräder aus dem Rückruf nach der Insolvenz nicht mehr ausgeführt. Ansprüche daraus lassen sich nur noch im niederländischen Insolvenzverfahren anmelden, ob und in welcher Höhe sie bedient werden, ist offen (Stand Oktober 2026). Daran ändert auch der Verkauf der Marke an Dutech nichts, denn für Räder aus der Zeit vor der Insolvenz bleibt nach Angaben von Babboe die Insolvenzmasse zuständig. An der Empfehlung, die betroffenen Modelle nicht mehr zu fahren, ändert die Insolvenz nichts.

Dienstrad und Leasing: Deine Ansprechpartner bleiben dieselben

Beim Dienstrad gehört das Rad der Leasinggesellschaft, Leasingnehmer ist dein Arbeitgeber, du nutzt es über einen Überlassungsvertrag.

Die Mängelrechte gegen den Händler tritt die Leasinggesellschaft üblicherweise an den Leasingnehmer ab, damit sie direkt geltend gemacht werden können. Dein Ansprechpartner für Mängel bleibt der Fachhändler, der dir das Rad übergeben hat. Üblich sind zwei Jahre ab Übernahme.

Einen Unterschied zum Privatkauf gibt es: Die Leasinggesellschaft kauft als Unternehmen. Die Vermutung, dass ein Mangel im ersten Jahr schon bei Übergabe bestand, gilt dann nicht, und die Frist kann vertraglich kürzer sein. Was genau gilt, steht in deinem Überlassungsvertrag und den Bedingungen des Leasinganbieters.

Für laufende Verträge ändert eine Herstellerinsolvenz nichts. Für neue Verträge kann sie eine Rolle spielen: Nach einer Umfrage von SAZbike vom 2. September 2026 haben zwei Leasinganbieter Accell-Marken vorübergehend aus dem Neugeschäft genommen, acht von zehn befragten Anbietern führen sie weiter.

Das eigentliche Risiko sind markeneigene Teile

Rechte helfen wenig, wenn das Teil fehlt. Ob ein Rad nach einer Herstellerinsolvenz reparierbar bleibt, hängt davon ab, ob es für ein defektes Teil einen Ersatz von einem anderen Anbieter gibt.

Was sich durch Teile anderer Anbieter ersetzen lässt

Ein großer Teil eines Fahrrads besteht aus Zukaufteilen, die du unabhängig vom Radhersteller im Fachhandel bekommst:

  • Schaltung, Bremsen, Laufräder und Reifen
  • Lenker und Vorbau, solange sie nicht integriert sind: Dann passt meist ein Teil eines anderen Herstellers mit denselben Klemmmaßen.
  • Sattel, Griffe und Pedale

Wo es ohne den Hersteller eng wird

Problematisch sind Teile, die für genau einen Rahmen konstruiert wurden. Für sie gibt es keinen Ersatz von einem anderen Anbieter:

  • Motorcover und Akkucover
  • Abdeckungen wie der Deckel der Ladebuchse, der Kettenstrebenschutz oder Blenden an Kabeleinlässen, dazu Stöpsel und Abdeckkappen auf Schrauben
  • rahmenspezifische Anbauteile wie Akkuhalterungen
  • das Schaltauge
  • integrierte Lenker-Vorbau-Einheiten
  • modellspezifische Gepäckträger und Schutzbleche

Je stärker ein Rad integriert ist, desto länger wird diese Liste. Bei den Accell-Marken laufen solche Teile über den Teilegroßhändler E. Wiener Bike Parts, der sich selbst in Eigenverwaltung befindet.

Beim Antrieb sieht es besser aus. Motor, Akku und Display kommen bei den meisten E-Bikes von Systemanbietern wie Bosch, Shimano, Fazua oder TQ. Bosch strebt nach eigenen Angaben eine Ersatzteilverfügbarkeit von mindestens sechs Jahren an, gerechnet ab der letzten Lieferung an den Radhersteller. Ist ein Bauteil im Einzelfall nicht mehr lieferbar, schlägt Bosch ein alternatives Teil oder ein Upgrade vor. Diagnose und Reparatur übernimmt jede Fachwerkstatt, die das jeweilige System betreut.

Die Garantie auf das Antriebssystem gibt Bosch allerdings dem Radhersteller, nicht dir. Welche Bedingungen für dich gelten, legt der Radhersteller fest. Fällt er aus, bleibt dir für einen defekten Motor oder Akku vor allem die Gewährleistung beim Händler. Andere Systemanbieter regeln das teils anders, maßgeblich sind die Garantiebedingungen deines Rades.

Aus der Werkstatt: Einen nicht integrierten Lenker oder Vorbau kann man notfalls durch das Teil eines anderen Herstellers ersetzen. Bei einem gebrochenen Akkucover, einem verlorenen Stöpsel oder einem verbogenen Schaltauge gibt es diese Ausweichmöglichkeit nicht. Am klassischen Stahlrahmen war das Schaltauge Teil des Ausfallendes und ließ sich nach einem Sturz zurückbiegen. Heute ist es ein Wechselteil, und dabei kocht fast jeder Hersteller sein eigenes Süppchen, oft mit mehreren Varianten innerhalb einer Marke. Fährst du eine Marke mit ungewisser Zukunft, leg dir jetzt eins auf Vorrat. Es entscheidet im Ernstfall, ob dein Rad am nächsten Tag wieder fährt oder wochenlang steht.

Aus der Entwicklung: Modellspezifische Teile entstehen für eine Modellreihe. Wie viele davon zusätzlich als Ersatzteil gefertigt und eingelagert werden, legt der Hersteller zum Serienanlauf fest, eine spätere Nachfertigung hängt an Werkzeugen und Mindestmengen beim Zulieferer. Fällt der Hersteller aus, bestellt niemand mehr nach. Offene Standards wie das lizenzfreie Universal-Schaltauge (UDH) von SRAM nehmen genau dieses Risiko aus dem Rad.

So hältst du das Risiko schon beim Kauf klein

Welche Marke in drei Jahren noch existiert, kann niemand seriös vorhersagen. Prüfen kannst du aber, wie viel an deinem Rad von der Zukunft eines einzelnen Herstellers abhängt.

  1. Wer ist dein Verkäufer? Beim Händler vor Ort liegen Gewährleistung und Garantie bei zwei verschiedenen Firmen, beim Direktkauf bei einer.
  2. Wer gibt die Garantie, worauf und unter welchen Bedingungen? Lies die Garantiebedingungen vor dem Kauf: Gesellschaft, Umfang, Registrierung, Inspektionspflicht.
  3. Wie viel am Rad ist Standard? Antrieb eines großen Systemanbieters, Standard-Schaltauge, Lenker und Vorbau als Einzelteile, Gepäckträger und Schutzbleche, die nicht nur für dieses Modell gebaut werden. Zähl beim Probefahren die Abdeckungen und Cover: Jedes davon gibt es nur beim Hersteller. Eine Nabenschaltung kommt ganz ohne Schaltauge aus.
  4. Braucht das Rad eine App des Radherstellers? Funktionen, die nur über Server oder App des Herstellers laufen, können mit ihm verschwinden.
  5. Gibt es eine Werkstatt in deiner Nähe, die das Antriebssystem betreut? Unabhängig davon, wo du kaufst, braucht dein Rad später genau diese Werkstatt.

Ab 27. September 2026: Händler müssen dich vor dem Kauf mit einem EU-einheitlichen Hinweis über die gesetzliche Gewährleistung informieren. Ein zusätzliches Garantie-Label darf nur erscheinen, wenn der Hersteller kostenlos eine Haltbarkeitsgarantie von mehr als zwei Jahren für die gesamte Ware gibt. Eine reine Rahmengarantie erfüllt diese Voraussetzung nach dem Wortlaut nicht.

Deine Marke ist betroffen: Was du jetzt tun solltest

  • Kaufbeleg, Übergabeprotokoll, Rahmennummer und Garantieerklärung sichern, zusätzlich als Foto.
  • Mängel innerhalb der zwei Jahre schriftlich beim Händler melden, nicht beim Hersteller.
  • Markeneigene Teile, die du absehbar brauchst, jetzt über deinen Händler bestellen, allen voran das Schaltauge und Kleinteile wie Stöpsel und Abdeckkappen.
  • Garantieansprüche erst anmelden, wenn das Verfahren eröffnet ist. In Deutschland stehen Gericht, Verwalter oder Sachwalter und Frist im Eröffnungsbeschluss auf insolvenzbekanntmachungen.de. Für Batavus, Koga, Babboe und Sparta ist das niederländische Verfahren schon eröffnet, angemeldet wird dort über ClaimsAgent.
  • Beim Dienstrad den Mangel beim Fachhändler melden und die Leasinggesellschaft informieren.

Einen Grund, das Rad vorsorglich zu verkaufen, gibt es nicht. Solange Antrieb und Standardteile versorgt sind, fährt es weiter.

Fakten auf einen Blick

  • Die gesetzliche Gewährleistung beträgt zwei Jahre ab Übergabe und richtet sich gegen den Verkäufer, nicht gegen den Hersteller.
  • Tritt ein Mangel im ersten Jahr nach der Übergabe auf, wird vermutet, dass er schon bei Übergabe bestand. Diese Frist gilt seit dem 1. Januar 2022, vorher waren es sechs Monate.
  • Die Herstellergarantie ist freiwillig, Umfang, Dauer und Bedingungen legt der Hersteller in der Garantieerklärung fest.
  • Garantieansprüche gegen einen insolventen Hersteller sind Insolvenzforderungen und werden nach Eröffnung des Verfahrens nur mit einer Quote bedient.
  • Beim Direktkauf ist der Hersteller zugleich Verkäufer, eine Insolvenz betrifft dann Gewährleistung und Garantie gleichzeitig.
  • Accell Germany, Winora Staiger, Ghost-Bikes und E. Wiener Bike Parts haben am 5. August 2026 beim Amtsgericht Schweinfurt Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, die niederländischen Accell-Gesellschaften mit Batavus, Sparta, Koga, Babboe und Carqon wurden am 11. August 2026 für insolvent erklärt.
  • Für Lapierre hat das Handelsgericht Dijon am 25. August 2026 ein Sanierungsverfahren mit einer Beobachtungsphase bis Ende Februar 2027 eröffnet, Übernahmeangebote sind bis zum 28. Oktober 2026 möglich. Die Raleigh-Gesellschaft Accell UK & Ireland ist seit 6. August 2026 in Administration.
  • Für die Accell-Marken lagen im September 2026 rund 60 unverbindliche Kaufangebote vor. Am 9. Oktober 2026 haben die niederländischen Insolvenzverwalter die Markenrechte an Batavus, Koga, Babboe, Carqon und XLC an die Industriegruppe Dutech aus Singapur verkauft. Sparta ging am 15. Oktober 2026 in einem eigenen Verkauf an den E-Bike-Anbieter Tenways mit Sitz in Amsterdam, ebenfalls ohne Schulden und Lagerbestand. Für Haibike, Ghost, Winora und Lapierre steht noch kein Käufer fest.
  • Batavus, Koga, Babboe und Sparta sind Handelsnamen der Accell Nederland B.V., deren Konkursverfahren am Rechtbank Amsterdam unter dem Aktenzeichen F.13/26/251 läuft. Forderungen werden über das Portal ClaimsAgent angemeldet.
  • Prüfungen, Reparaturen und Ersatzräder aus dem Babboe-Rückruf werden seit der Insolvenz nicht mehr ausgeführt.
  • Über die Simplon-Produktionsgesellschaft 2Rad Produktions GmbH wurde am 2. September 2026 am Landesgericht Feldkirch ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet, die Sanierungsplantagsatzung ist für den 23. November 2026 angesetzt.
  • Für die Böttcher Fahrräder GmbH aus Wesseln hat das Amtsgericht Meldorf am 7. Oktober 2026 eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet, über die Eröffnung ist noch nicht entschieden. Zu Böttcher gehören die Marken BOETTCHER, Grecos und Grecos Kids, als Großhändler beliefert das Unternehmen Fachhändler mit Teilen und Zubehör.
  • Bosch eBike Systems strebt eine Ersatzteilverfügbarkeit von mindestens sechs Jahren nach der letzten Lieferung an den Radhersteller an.
  • Die Garantie auf das Bosch-Antriebssystem richtet sich an den Radhersteller, nicht an die Kund*innen.

Häufige Fragen

Gilt meine Fahrradgarantie noch, wenn der Hersteller insolvent ist?

Die Garantie besteht rechtlich weiter, wird aber zur Insolvenzforderung, sobald das Verfahren eröffnet ist. Ob eine Firma in Eigenverwaltung alte Garantiefälle weiter bearbeitet, entscheidet sich im Verfahren und ist kein Anspruch, auf den du bauen kannst. Übernimmt ein Investor die Marke, ist er an die alten Garantieversprechen nicht automatisch gebunden. So war es im Oktober 2026 bei Batavus, Koga, Babboe und Sparta: Dutech und Tenways haben die Marken ohne die Schulden gekauft, alte Garantieansprüche meldest du im niederländischen Konkursverfahren an. Deine gesetzliche Gewährleistung gegen den Händler bleibt davon unberührt. Wo und wann du anmeldest, steht im Abschnitt zur Herstellergarantie bei Insolvenz.

Muss mein Händler einen Rahmenbruch trotzdem reparieren?

Ja, wenn der Mangel schon bei der Übergabe angelegt war und die zwei Jahre Gewährleistung noch laufen. Der Händler haftet aus dem Kaufvertrag, unabhängig davon, ob er sich die Kosten beim Hersteller zurückholen kann. Tritt der Bruch im ersten Jahr auf, muss er beweisen, dass der Rahmen bei Übergabe in Ordnung war. Bekommt er keinen passenden Rahmen mehr, kannst du vom Vertrag zurücktreten und bekommst den Kaufpreis abzüglich eines Betrags für die Nutzung zurück. Ein repariertes Rad bekommst du dann nicht.

Was passiert mit meinem Dienstrad, wenn der Hersteller pleite ist?

Dein Dienstrad-Vertrag läuft unverändert weiter, denn Vertragspartner deines Arbeitgebers ist die Leasinggesellschaft, nicht der Hersteller. Mängel meldest du wie bisher beim Fachhändler, der dir das Rad übergeben hat. Die Gewährleistung läuft üblicherweise zwei Jahre ab Übernahme, maßgeblich ist dein Vertrag. Versicherung und Wartungspaket laufen nach deinem Vertrag weiter. Engpässe kann es bei markeneigenen Ersatzteilen geben.

Lohnt es sich, ein Rad einer insolventen Marke im Abverkauf zu kaufen?

Das kann sich lohnen, wenn du beim Händler vor Ort kaufst und der Nachlass das Risiko abdeckt. Die Gewährleistung hast du dann gegen den Händler, die Herstellergarantie solltest du beim Preisvergleich mit null ansetzen. Prüfe vorher, wie viele markeneigene Teile das Modell hat und ob eine Werkstatt in deiner Nähe das Antriebssystem betreut. Kaufst du direkt bei einem insolventen Hersteller, trägst du beide Risiken selbst. Prüfe außerdem, ob es für das Rad noch einen Ersatzakku gibt und von wem er kommt.

Weiterlesen

Welche Kriterien beim Kauf sonst zählen und welche Fragen du zu Service und Gewährleistung stellen solltest, steht samt Checkliste zum Ausdrucken in E-Bike kaufen: Checkliste und worauf es wirklich ankommt. Wie Arbeitgeber Leasinganbieter und deren Bezugswege prüfen, zeigt Dienstrad-Leasing: Anbieterwahl für Arbeitgeber. Und wenn du das nicht allein entscheiden willst: Ich biete eine herstellerunabhängige Kaufberatung ohne Provision.

Dieser Beitrag ist eine fachliche Einordnung, keine Rechtsberatung. Die Angaben zu den Accell-Verfahren geben den Stand vom 16. Oktober 2026 wieder, die zu Böttcher den Stand vom 9. Oktober 2026 und die zu Simplon den Stand vom 2. Oktober 2026.

Quellen

  • Bürgerliches Gesetzbuch, §§ 437, 438, 443, 445a, 477 BGB, gesetze-im-internet.de. Gewährleistung, Verjährung, Garantie, Rückgriff des Verkäufers, Beweislastumkehr.
  • Insolvenzordnung, §§ 28, 38 InsO, gesetze-im-internet.de. Forderungsanmeldung und Insolvenzgläubiger.
  • Bundesgerichtshof, Urteil vom 21. Dezember 2005, VIII ZR 85/05. Leasingtypische Abtretungskonstruktion.
  • Verbraucherzentrale, „Wenn eine Firma insolvent wird: Das sind Ihre Rechte“. Nacherfüllung gegenüber dem Insolvenzverwalter und Anmeldung zur Insolvenztabelle.
  • BIKE, „Greift die Garantie? So reklamieren Sie nach E-Bike-Kauf richtig“. Typischer Umfang und Bedingungen von Herstellergarantien, Bosch-Systemgarantie gegenüber dem Radhersteller.
  • MTB-News, „Accell im Insolvenzverfahren: Folgen für Ghost und Haibike offen“, August 2026. Anträge vom 5. August und Insolvenz der niederländischen Gesellschaften am 11. August 2026.
  • Pedelec-Elektro-Fahrrad.de, „Accell Germany beantragt Eigenverwaltung“, August 2026. Betroffene Gesellschaften, Amtsgericht Schweinfurt.
  • Mobiliteit.nl, „Accell, moederbedrijf Batavus en Sparta, failliet verklaard“, 11. August 2026. Insolvenz der niederländischen Gesellschaften.
  • fahrradblog.de, „Was die Pleite von Haibike, Ghost und Winora für dich bedeutet“, September 2026. Markeneigene Teile über E. Wiener Bike Parts, laufende Leasingverträge.
  • MTB-News, „Simplon-Produktion erneut insolvent: 33,4 Mio. Euro Schulden“, September 2026. Verfahren der 2Rad Produktions GmbH, Verhältnis zur Simplon Bike GmbH.
  • ms-aktuell, „Fahrradhersteller Simplon vor zweiter Sanierung binnen zwei Jahren“, September 2026. Landesgericht Feldkirch, Sanierungsplantagsatzung am 23. November 2026.
  • BIKE, „Ampler Bikes meldet Insolvenz nach Mietstreit in Berlin“, 2026, und SAZbike, „Ampler bestätigt Insolvenzverfahren“, Mai 2026. Wegfall von Garantien, Kundendienst und markeneigenen Ersatzteilen.
  • VeloTOTAL, „Die Accell-Insolvenz und die Folgen für das Leasing“, September 2026, mit Bezug auf SAZbike vom 2. September 2026. Leasinganbieter und offener Babboe-Rückruf.
  • Stiftung Warentest, „Lastenfahrräder von Babboe: Verkaufsstopp und Rückruf wegen Rahmenbrüchen“. Betroffene Modelle und Empfehlung zur Nutzung.
  • Deutsche Dienstrad, Hilfe „Was tun bei einem Gewährleistungsfall?“, und mein-dienstrad.de, FAQ. Gewährleistung ab Übernahme, Arbeitgeber als Leasingnehmer.
  • Bosch eBike Systems, Help Center „Sind Ersatzteile auch über den Produktlebenszyklus hinaus verfügbar?“. Angestrebte Ersatzteilverfügbarkeit von mindestens sechs Jahren ab letzter Lieferung an den Radhersteller.
  • IHK München, „Labels für Gewährleistung und Garantie“, 2026, sowie Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960. Harmonisierte Mitteilung und Garantie-Label ab 27. September 2026.
  • SRAM, Universal Derailleur Hanger (UDH), Produktbeschreibung. Offener, lizenzfreier Standard für Schaltaugen.
  • Singletrack, „Sixty Bidders Emerge for Accell’s Bicycle Brands After Bankruptcy“, 25. September 2026. Bieterzahl, Lapierre mit Frist bis Februar 2027 und laufender Garantie, Raleigh in Administration seit 6. August 2026.
  • road.cc, „Raleigh faces administration after parent company starts insolvency proceedings“, August 2026. Administration der Accell UK & Ireland durch FTI Consulting.
  • Singletrack, „Lapierre Wins Six Months To Find An Investor After Accell Bankruptcy“, August 2026. Sanierungsverfahren am Handelsgericht Dijon vom 25. August 2026.
  • BIKE, „Accell-Insolvenz: Mehr als 60 Gebote für Haibike & Ghost“, September 2026. Unverbindliche Angebote, nächster Bericht der Insolvenzverwalter am 22. Dezember 2026.
  • ebikexl.nl, „Accell-doorstart: wat betekent dit voor jou?“, Stand 28. September 2026. Betroffene niederländische Marken einschließlich Koga, Carqon, XLC und Lepper.
  • ms-aktuell, „Accell-Insolvenz: Dutzende Interessenten wollen Fahrradmarken“, 2. Oktober 2026. Verkauf des niederländischen Fahrradbestands Ende September, Stand je Land.
  • Babboe Kundenservice, „Rückruf und Insolvenz“, babboe.de, abgerufen am 12. Oktober 2026. Rückrufmaßnahmen werden nicht mehr ausgeführt, Anmeldung von Ansprüchen im Insolvenzverfahren, Zuständigkeit der Insolvenzmasse für vor der Insolvenz verkaufte Räder.
  • ClaimsAgent, „Faillissement Accell Nederland B.V.“, claimsagent.nl, abgerufen am 12. Oktober 2026. Aktenzeichen F.13/26/251, Rechtbank Amsterdam, Insolvenzverwalter, Handelsnamen Batavus, Koga, Babboe und Sparta, Anmeldung von Forderungen.
  • NieuwsFiets, „Kogel door de kerk: Accell-merken starten door!“, 9. Oktober 2026. Verkauf der Markenrechte an Batavus, Koga, Carqon, Loekie, XLC und Babboe sowie der IT und der ungarischen Aktivitäten an Dutech, Sparta und Juncker nicht enthalten, Gespräche über die deutschen Gesellschaften.
  • NL Times, „Dutch bicycle brands Batavus, KOGA, and Babboe to continue under new Singaporean owner“, 9. Oktober 2026. Verkauf durch die Insolvenzverwalter, Kaufpreis nicht genannt, Folgen für Garantien offen.
  • Fietsblad, „Batavus en Koga overgenomen door Dutech: dit weten we“, 10. Oktober 2026. Verkauf von Vermögenswerten statt Übernahme des Unternehmens, Lagerbestand an 12GO Biking, Herstellergarantie offen.
  • Transition Vélo, „Faillite d’Accell : Dutech reprend Batavus, Koga et Babboe, mais l’avenir de Lapierre reste incertain“, 12. Oktober 2026. Frist für Übernahmeangebote bei Lapierre am 28. Oktober 2026.
  • NieuwsFiets, „Sparta door Tenways uit failliete Accell-boedel gered“, 15. Oktober 2026. Eigener Verkaufsprozess für Sparta, Markenrechte, geistiges Eigentum und Produktionsunterlagen einzelner Modelle, Kaufpreis nicht genannt.
  • NOS, „Nog een Accell-merk verkocht, Sparta naar Chinees-Nederlandse eigenaar“, 15. Oktober 2026. Tenways 2021 in China gegründet, Sitz in Amsterdam.
  • TechPulse, „Failliete e-bikefabrikant Sparta maakt doorstart onder Tenways“, 16. Oktober 2026. Keine Übernahme von Schulden und Lagerbestand, Werk nicht Teil des Verkaufs.
  • Pedelec-Elektro-Fahrrad.de, „Tenways übernimmt Fahrradmarke Sparta aus der insolventen Accell-Gruppe“, 16. Oktober 2026.
  • Amtsgericht Meldorf, Bekanntmachung im Verfahren 60 IN 37/26 vom 8. Oktober 2026, wiedergegeben vom Verbraucherschutzforum, „Vorläufige Insolvenzverwaltung bei Böttcher Fahrräder GmbH angeordnet“. Anordnung vom 7. Oktober 2026, Verfügungen nur mit Zustimmung des vorläufigen Verwalters.
  • CMS, „Kovacev sichert Geschäftsbetrieb des traditionsreichen Fahrradherstellers Böttcher“, Pressemitteilung auf presseportal.de, 9. Oktober 2026. Fortführung des Betriebs, Investorenprozess, Beschäftigte, Umsatz 2025, Produktion und Großhandel.
  • velobiz.de, „Böttcher Fahrräder GmbH stellt Insolvenzantrag“, Oktober 2026.
  • velobiz.de, „Böttcher präsentiert neues Markenbild“, 8. September 2026, und Design Tagebuch, „Böttcher wird BOETTCHER“, 11. September 2026. Dachmarke mit Fahrradmarke, Teile-Großhandel und eigenem Laden, Marken Grecos und Superior, Vertrieb an den Fachhandel.
  • velobiz.de, „Böttcher Fahrräder ergänzt Portfolio mit High-End-Marke“, 17. Juni 2024. Superior von Bike Fun International im Vertrieb von Böttcher.
  • velobiz.de, „BBF Bike und Böttcher Fahrräder bündeln Kompetenzen“, 17. Februar 2026. Kooperation im Einkauf, getrennter Vertrieb.
  • Böttcher Fahrräder GmbH, boettcher-fahrraeder.de, Seiten „Starker Partner“, „Fahrradmarken“ und „Über 100 Jahre Tradition“. Großhandel mit 97 Partnermarken, Marken BOETTCHER, Grecos, Grecos Kids und Rock Machine, Firmengeschichte und Laufradbau.

Abgerufen am 23. September 2026, die Quellen zu Simplon am 2. Oktober 2026, die Quellen zu Böttcher am 9. Oktober 2026 und die Quellen zu den Accell-Verfahren zuletzt am 16. Oktober 2026.

Peter Bauch
Peter Bauch Gelernter Zweiradmechaniker mit Stationen in Werkstatt, Filial- und Standortleitung, danach Produktmanager in der Entwicklung bei einem großen europäischen Fahrradhersteller. Heute unabhängiger Fahrradberater, herstellerunabhängig, ohne Provisionen.

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